Outsourcing Infografik: Die 5 häufigsten Gründe, warum Outsourcing scheitert

Diese Infografik visualisiert, warum Outsourcing Projekte so häufig scheitern und wie man einem Scheitern vorbeugen kann.

Die Zahlen der sprechen hier auf den ersten Blick für sich. Scheinbar haben die einen Branchen Outsourcing-Dienstleister in ihr Herz geschlossen, während ihnen die anderen Branchen lieber die kalte Schulter zeigen. Aber Zahlen sind manchmal trügerisch. Um die Informationen des Schaubildes richtig einzuordnen, empfehlen wir Ihnen die kurze Erläuterung direkt unter unserer Grafik.

Wenn Ihnen die Grafik gefällt, freuen wir uns über Verlinkungen von Facebook, Twitter, Blogs & Co.!

Outsourcing Infografik - Scheitern von Outsourcing Projekten

Um die Zahlen der obigen Grafik richtig einordnen zu können, muss man sie mit den Werten der vergangenen Jahre vergleichen. Schnell zeigt sich dann, dass die eine Branche bei weitem nicht so omnipotent ist wie es zunächst den Anschein macht, während einer anderen, derzeit noch „nischigen“ Branche die Zukunft im Bereich Outsourcing gehört.

Der EMEA ISG Index hilft bei der Interpretation des Schaubildes

Der alle drei Monate erscheinende, renommierte EMEA ISG Index ermittelt die aktuellsten Daten des europäischen, nahöstlichen und afrikanischen Outsourcing-Marktes, vergleicht sie mit den Vorjahren und stellt Prognosen über die zu erwartende Entwicklung auf. Der Begriff „EMEA“ steht dabei für „Europe“, „Middle East“ und „Africa“. Der EMEA-Index berücksichtigt sämtliche Outsourcing-Verträge ab einem jährlichen Volumen von vier Millionen Euro. Für den deutschsprachigen Raum wurde dort für 2016 mit 187 Abschlüssen die höchste jemals gemessene Zahl an Outsourcing-Verträgen ermittelt. Diese Steigerung entspricht auch dem weltweiten Trend.

Außerdem ist feststellbar, dass zwar die Anzahl der Abschlüsse steigt, deren finanzielles Volumen jedoch rückläufig ist.

Branchenspezifische Unterschiede und Trends

Der EMEA-Index offenbarte deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen.

Verglichen mit dem Vorjahr wuchs das Outsourcing in den Bereichen Medien und Telekommunikation (Telecom) um rund 70 Prozent – dies ist die höchste Steigerung seit vier Jahren. Auch bei der Fertigungsindustrie (Manufacturing) war eine Steigerung der Outsourcing-Vertragsabschlüsse von über 30 Prozent festzustellen – gleichzeitig allerdings sank dessen gesamtes Vertragsvolumina um acht Prozent.

Bei den Finanzdienstleistern dagegen blieb die Gesamtsumme aller Outsourcing-Verträge im Vergleich mit dem Vorjahr zwar stabil, sie lag aber insgesamt betrachtet immer noch 15 Prozent unter den Durchschnittswerten der vergangenen fünf Jahre. Zurückgeführt wird dies auf die anhaltend niedrigen Zinssätze, an denen insbesondere die Finanzinstitute immer noch mächtig zu knabbern haben.

Im steilen Sinkflug dagegen befindet sich die Logistikbranche. (Transport). Hier gingen die Outsourcing-Umsätze gegenüber 2015 um 45 Prozent zurück. Dies ist der größte Rückgang seit acht Jahren.

Gewinner und Verlierer

Zusammengefasst und mit Blick auf die oben stehende Grafik lässt sich daher feststellen, dass der Bereich Medien zwar derzeit gerade mal zwei Prozent des gesamten Outsourcing-Marktes abdeckt, aber dafür im starken Wachstum begriffen ist. Die Fertigungsindustrie („Manufacturing“) dagegen ist nach wie vor dominierend. Sie schafft es, die sinkenden, durchschnittlichen Vertragssummen durch exponentielles Wachstum bezüglich der Anzahl an Vertragsabschlüssen zu kompensieren.

Am schwersten haben es derzeit die Finanzdienstleister (Banking).

Sollte die Niedrigzinsphase weiterhin andauern, so ist damit zu rechnen, dass ihr Anteil von derzeit 18 Prozent an den gesamten Outsourcing-Umsätzen weiterhin stagnieren, wenn nicht sogar sinken wird. Die meisten Finanzinstitute stehen bereits seit der Finanzkrise 2007 unter anhaltend hohem Kostendruck. Dies führte dazu, dass in dieser Branche der Löwenanteil zwingend erforderlicher Auslagerungen bereits durchgeführt wurde respektive noch im Gang ist.

Großartige Steigerungen im Outsourcing-Bereich stehen daher im Finanzsektor nicht zu erwarten.

Everything as a Service – Das Outsourcing-Modell der Zukunft

Die Outsourcing-Zukunft dürfte den sogenannten „Everything as a Service“-Modellen gehören. Damit werden vor allem IT-Outsourcing-Unternehmen bezeichnet. Diese bieten bedarfsorientierte IT-Ressourcen an, welche vom Kunden nicht gekauft, sondern nur gemietet werden. Darunter fallen beispielsweise Public Cloud-Anbieter. Während solche „Everything-as-a-Service“-Modelle stark im Wachsen begriffen sind, stagniert das traditionelle Outsourcing – allerdings immer noch auf sehr hohem Niveau.

Unter Berücksichtigung all dieser genannten Faktoren und Begleitumstände prognostiziert die EMEA für 2017 eine zweistellige, prozentuale Steigerung der gesamten Outsourcing-Branche – eine Wachstumsquote, von der die meisten anderen Wirtschaftsbranchen nur träumen können.