Fixkosten & variable Kosten berechnen

Wenn man die Kosten von etwas betrachtet, also beispielsweise die Kosten eines bestimmten Produktionsvorgangs, ist es wichtig, immer sowohl die fixen Kosten, als auch die variablen Kosten zu berücksichtigen. Im Folgenden wird erklärt, worin diese Kostenarten sich konkret unterscheiden.

Fixe Kosten Definition (Fixkosten)

Dollar Scheine im StrudelDie Trennung von Kosten in deren variable und fixe Bestandteile ist eine wichtige Voraussetzung der unternehmerischen Kostenrechnung. Nur sie ermöglicht eine präzise Erfolgsbeurteilung und –prognose.

Im Unternehmen bezeichnen Fixkosten feste Kosten, also Kosten, die unabhängig von der Produktionsmenge immer anfallen.

Im privaten Bereich könnte man dies beispielsweise auf die monatliche Miete oder die Internet-Flatrate übertragen.

Fixkosten sind folglich Kosten, die monatlich immer anfallen, unabhängig davon, wie viel Zeit man im Internet bzw. in der Wohnung verbringt.

Je höher die Fixkosten eines Unternehmens sind, desto unflexibler und damit auch Insolvenz-gefährdeter ist es bei einem Umsatzrückgang, da sich Fixkosten aufgrund langfristiger, vertraglicher Verpflichtungen nicht ohne weiteres oder nur mit einem erheblichen, zusätzlichen Kostenaufwand reduzieren lassen. Man spricht hier von einer Kostenremanenz.

Es gibt auch fixe Kosten, die etwa bei einem Beschäftigungsrückgang abgebaut werden können. Dies gilt aber nur dann, wenn die entsprechenden Produktionsfaktoren teilbar sind und sich komplett abbauen – also nicht nur temporär stilllegen – lassen. Daher erfolgt der Abbau fixer Kosten aus unternehmerischer Sicht– so er denn überhaupt möglich ist – stets mittel- bis langfristig. Kurzfristige Liquiditätsprobleme lassen sich damit also nicht beheben.

Fixkosten Beispiele

Fixe Kosten in Unternehmen sind zum Beispiel:

Sonderform Sprungfixe Kosten

Sprungfixe Kosten werden auch intervallfixe Kosten genannt. Sie sind eine Mischung aus Fix- und variablen Kosten, d.h. sie sind nur für einen sehr begrenzten Zeitraum fix. Zunächst bleiben sie konstant, um bei Überschreitung einer bestimmten Produktionsmenge sprunghaft anzusteigen. Zum Beispiel könnte es bereits durch eine geringe Produktionserhöhung erforderlich sein, neue Produktionshallen anzumieten oder weiteres Personal einzustellen.

Die Kostenfunktion hat also bei sprungfixen Kosten einen treppenartigen Verlauf

Schlimmstenfalls kann es dabei zu einer sogenannten Fixkostenfalle kommen. Wenn durch eine Erweiterung von Produktion respektive Dienstleistung zusätzliche Fixkosten entstehen, die nicht mehr durch den zusätzlichen Umsatz abgedeckt werden, verschlechtert diese Steigerung das gesamtwirtschaftliche Betriebsergebnis.

Dadurch kann durchaus auch ein bislang prosperierendes Unternehmen urplötzlich in die Verlustzone geraten. Davor hat beispielsweise derzeit die Telekom Angst. Die sträubt sich vehement dagegen, Breitband-Internetleitungen in abgelegene Gegenden zu verlegen. Aus wirtschaftlicher Sicht stehen hier die Kosten dieser Leitungserweiterung in keinem gesunden Verhältnis zu den dadurch generierten Mehreinnahmen.

Definition variable Kosten

Diese Kostenart wird manchmal auch als „veränderliche Kosten“ oder als „Direct Costs“ bezeichnet. Variable Kosten sind jene Kosten, die zum Beispiel von der Produktionsmenge abhängen. Sie wachsen mit steigenden Produktionsmengen und sinken mit fallenden Produktionsmengen. Variable Kosten lassen sich weiterhin in vier Unterkategorien aufteilen, wobei die meisten Kostenarten aus einer Mischform dieser vier Kategorien bestehen.

Proportionale Kosten

Proportionale Kosten, zu denen Fertigungslöhne, Einzelmaterialien, sowie Lager- und Vertriebskosten gehören. Diese linearen Kosten verändern sich parallel zum Beschäftigungsgrad. Insbesondere bei Handwerks- und Reparaturbetrieben überwiegen die proportionalen Kosten, da beide in der Regel nur geringe Anlage- und Bereitschaftskosten haben.

Degressive Kosten

Degressive oder auch unterproportionale Kosten sind abhängig vom Beschäftigungsgrad. Dabei steigen diese Kosten geringer als die Kosteneinflussgröße der Beschäftigung, da in der wirtschaftlichen Gesamtbetrachtung bei einer Produktionsausweitung die einzelnen Stückkosten sinken. Hier wird also ein Kostenverlauf angenommen, bei dem die Gesamtkosten im Verhältnis mit der veränderten Produktionsmenge nur geringfügig steigen. Also wenn beispielsweise die Produktion um 10 Prozent steigt, der Kostenzuwachs jedoch nur sieben Prozent beträgt.

Progressive Kosten

Progressive oder überproportionale Kosten sind quasi das genaue Gegenteil der degressiven Kosten, denn hier steigen die Kosten stärker als die Kosteneinflussgröße der Beschäftigung. Dies ist der Fall, wenn beispielsweise eine zehnprozentige Erhöhung der Mitarbeiterzahl nur zu einer fünfprozentigen Erhöhung der Produktionsmenge führt.

Regressive Kosten

Regressive Kosten sind dem Unternehmer stets willkommen, denn hier sinken die Kostenanteile bei zunehmender Beschäftigung respektive zunehmendem Produktionsausstoß. Wenn der Unternehmer zusätzliche Mitarbeiter einstellt und diese in einem bereits vorhandenen Büro unterbringt, dann sinken die anteiligen Heizkosten der Räumlichkeit im Verhältnis zu den einzelnen Beschäftigten.

Für Privatleute gilt genau das Gleiche: Wenn er seine Kühltruhe füllt, braucht diese auch nicht mehr Energie – eher sogar weniger, da sich das Gefriergut gegenseitig kühlt und warmer, einströmender Luft den Platz nimmt.

Variable Kosten Beispiele

Variable Kosten können beispielsweise folgende Kosten sein:

  • Stromkosten
  • Rohstoffkosten
  • Lagerkosten

Allerdings lassen sich nicht alle Kosten zu einhundert Prozent den Fixkosten oder variablen Kosten zurechnen.

Beispiel Stromkosten: Selbst wenn man überhaupt keinen Strom verbraucht, also seine variablen Stromkosten auf null senkt, so bleiben die verbrauchsunabhängigen Stromkosten davon unberührt, in diesem Fall etwa die monatlichen Anschlussgebühren oder die Kosten für angemietete Stromzähler.

Gesamtkosten berechnen: Formel

Die Formel für die Berechnung der Gesamtkosten lautet:

Gesamtkosten = Fixkosten + variable Kosten pro Stück * Produktionsmenge


Beispiel für eine Kostenberechnung aus Fixkosten und variablen Kosten

In der folgenden Tabelle sehen Sie drei verschiedene Produktionsmöglichkeiten (z.B. unterschiedliche Maschinen) eines Unternehmens. Wir wollen nun bestimmen, welche Variante bei einer Produktionsmenge von 100 Stück die günstigste ist.

VarianteFixkostenvariable Stückkosten
A5005
B2008
C3006

Gesamtkosten A = 500 + (5*100) = 1.000 Euro

Gesamtkosten B = 200 + (8*100) = 1.000 Euro

Gesamtkosten C = 300 + (6*100) = 900 Euro

In diesem Fall sollte man also die Variante C (z.B. eine Maschine) wählen, da bei dieser die geringsten Produktionskosten anfallen. Bei steigender Produktionsmenge würde irgendwann Variante A günstiger werden, da hier die variablen Kosten etwas geringer sind. Natürlich kann man auch die variablen Stückkosten berechnen.

Kostenrechner

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