Deckungsbeitrag 1/2/3/4 berechnen

Viele Stapel mit GoldmünzenWer ein Produkt wie beispielsweise ein Brötchen, einen Laptop oder einen Staubsauger herstellt, der möchte mit dem Verkauf dieses Produktes im besten Falle seinen Lebensunterhalt verdienen. Eine Villa am Strand hätte sicherlich jeder gern, aber nur selten gelingt es, die unternehmerischen Projekte tatsächlich so in die Tat umzusetzen, dass der Erfolg sich langfristig und dauerhaft einstellt. Der Grund dafür liegt meist in fehlerhaften oder unsachgemäß ausgeführten Kalkulationen. Wer ein Brötchen für einen Euro oder einen Staubsauger für 100 Euro verkauft, kann diesen Erlös nicht einfach ohne Weiteres in die eigene Tasche stecken und davon ausgehen, dass dieser Betrag der Gewinn ist, der mit dem Produkt erzielt wurde. 100 Euro Einnahmen für einen Staubsauger, decken sich noch lange nicht mit dem, was unterm Strich übrigbleibt, sobald alle laufenden Kosten abgedeckt sind. Die Rede ist hierbei von dem sogenannten Deckungsbeitrag. Dieser Deckungsbeitrag lässt sich mithilfe einer Deckungsbeitragsrechnung bereits im Vorfeld kalkulieren. Und genau das sollte jeder Unternehmer auch unbedingt tun.

Was ist der Deckungsbeitrag?

Hier geht es vorrangig nicht darum, eine druckreife und schwer verständliche Definition für den Deckungsbeitrag zu finden, sondern stattdessen anhand eines simplen Beispiels zu erläutern, was genau dieser Begriff bedeutet. Um bei dem Beispiel mit dem Unternehmer zu bleiben, der seine Brötchen tagtäglich an den Mann und die Frau bringen möchte, wird erneut von einem Verkaufspreis von einem Euro pro Brötchen ausgegangen. Auch der Bäcker darf nicht davon ausgehen, dass er mit dem Verkauf eines Brötchens tatsächlich auch einen Euro verdient hat, den er anschließend in sein Sparschwein stecken kann. So muss der Bäcker von dem Verkaufserlös des Brötchens verschiedene Kosten abziehen:

Die vier obigen Posten sollen als Beispiele für Faktoren gelten, die möglicherweise mithilfe einer Deckungsbeitragsrechnung Formel einkalkuliert werden müssen. Je nach speziellem Unternehmen kommen selbstverständlich einige Posten hinzu, wohingegen andere Posten wegfallen. Bei einem Bäcker, der Brötchen verkauft, müssen vom Verkaufserlös von einem Euro beispielsweise die Rohstoffkosten abgezogen werden: Mehl, Wasser, Salz und was ein Bäcker sonst noch benötigt, um ein Brötchen herzustellen. DeckungsbeitragHinzu kommen die Kosten, welche von den Geräten in der Backstube verursacht werden. Weiterhin gesellen sich Lohnkosten für Mitarbeiter hinzu, welche beispielsweise den Teig anrühren oder die Brötchen im Laden verkaufen.

Wer seine Backstube nicht direkt am Ladengeschäft hat, muss außerdem mit Transportkosten rechnen, um die Brötchen von dem Ort, an dem sie gebacken werden, zu dem Ort zu befördern, wo sie an die Kunden verkauft werden sollen. All diese Kosten muss der Bäcker einkalkulieren, wenn er den Preis für seine Brötchen festlegt. Wer den Deckungsbeitrag berechnen möchte, sollte allerdings nicht nur darauf achten, dass am Ende die Fixkosten gedeckt sind, sondern sollte im Idealfall außerdem noch ein Plus übrig haben. Dieses Plus kann dann als tatsächlicher Gewinn verbucht und anschließend versteuert werden. Klassischerweise steigen die Gewinne bzw. sinken die Deckungssummen mit einer höheren Produktionsrate, da beispielsweise ein Transporter gleich viel kostet, egal ob er nun 50 Brötchen oder 500 Brötchen transportiert. Auch die Lohnkosten für die Bäckereifachverkäuferin bleiben gleich, unabhängig davon ob sie 50 Brötchen verkauft oder 500.

Deckungsbeitrag berechnen: relativer & absoluter

Verschiedene Formeln existieren, um den Deckungsbeitrag berechnen zu können. Von einer einzigen Formel für den Deckungsbeitrag zu sprechen wäre dementsprechend falsch. So gibt es beispielsweise eine mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung, es existieren ein relativer Deckungsbeitrag und ein absoluter Deckungsbeitrag. An dieser Stelle geht es jedoch nicht darum, im Detail alle Möglichkeiten der Berechnung vorzustellen, da dies eindeutig zu sehr in die Tiefe gehen und gerade unerfahrene Unternehmer nur verwirren würde.

Stattdessen sollten nachfolgend die grundlegenden Formeln einmal kurz vorgestellt werden, um einen Eindruck von der Funktionsweise zu erhalten. Allgemein kann auch zwischen Deckungsbeitrag 1, Deckungsbeitrag 2, Deckungsbeitrag 3 und Deckungsbeitrag 4 unterschieden werden, allerdings sind diese Spezifikationen nicht immer für die Allgemeinheit interessant.

Deckungbeitragsrechnung Formel

Stattdessen gilt es an dieser Stelle eine gänzlich mathematische Definition vorzustellen, mit der sich der Deckungsbeitrag berechnen lässt. Hierfür werden zunächst die Platzhalter und anschließend die Formel vorgestellt:

DB = Deckungsbeitrag
E(x) = Erlös (eingenommene Euro aus dem Verkauf der Brötchen)
Kv = Kosten (für die Produktion der Brötchen)
db = Deckungsbeitrag pro Mengeneinheit
p = Stückpreis (1 Euro pro Brötchen)
kv = Stückkosten (Herstellungskosten etc. für das Brötchen)

Die Deckungsbeitrag Formel lautet wie folgt:

DB = E(x) – Kv = db ∙ Menge
Db = p – kv

Anhand dieser mathematischen Definition lässt sich für den beispielhaften Bäcker folgendes berechnen:

Erlös: 1 Euro
minus Kosten für Materialien: 20 Cent
minus Kosten für Strom: 10 Cent
minus Kosten für Miterabeiter: 30 Cent
minus Kosten für Transport: 10 Cent

Ergibt einen Betriebserfolg bzw. einen Produkterfolg von 30 Cent pro Brötchen. Dieses Beispiel ist zugegeben relativ simpel zu durchschauen, allerdings muss in der Realität darauf geachtet werden, dass gerade die variablen Kosten sich bei einem Produkt häufig nicht so leicht durchschauen lassen, wie es in unserem Beispiel der Fall ist. Hier gilt es für den Unternehmer dementsprechend besondere Sorgfalt walten zu lassen, damit die Berechnung nicht etwa schiefgeht.