Bruttoinlandsprodukt (BIP) Deutschland

Das Bruttoinlandsprodukt, kurz BIP, dient oft als Gradmesser der aktuellen Konjunktur und des wirtschaftlichen Erfolgs eines Landes. Das BIP Deutschland wird jedes Jahr neu berechnet und in der öffentlichen Diskussion verwendet.

Bruttoinlandsprodukt Definition
Konjunktur Schlagwörter

Nachfolgend finden Sie eine Definition des BIP:

Das Bruttoinlandsprodukt, kurz auch BIP genannt, gibt an, in welcher Höhe die Dienstleistungen und Waren (Güter) einer Volkswirtschaft innerhalb eines Jahres im Inland produziert wurden. Berücksichtigt werden dabei ausschließlich Güter, die für den Endverbraucher hergestellt wurden. Das BIP gilt damit als Maßstab dafür, wie erfolgreich eine Volkswirtschaft in diesem Zeitraum war. Veränderungen, die aus dem BIP hervorgehen, können als Maßstab für das jeweilige Wirtschaftswachstum einer Volkswirtschaft verwendet werden. In Bezug auf die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist das Bruttoinlandsprodukt eine wichtige Größe.

Die BIP Berechnung

Das BIP wird jeweils nach der Entstehung (Entstehungsrechnung), nach der Verwendung (Verwendungsrechnung) oder nach der Verteilung (Verteilungsrechnung) der gefertigten Güter berechnet.

Folgende Formeln werden dabei zugrunde gelegt:

EntstehungsrechnungVerwendungsrechnungVerteilungsrechnung
Produktionswert – Vorleistungen + Steuern für Güter – Subventionen= BIPBruttoinvestitionen + Ausgaben für Privatkonsum (Haushalte, Organisationen ohne Erwerbszweck) + Konsumausgaben des Staates + Außenbeitrag (Exporte – Importe) = BIPEntgelt für Arbeitnehmer + Vermögens-/
Unternehmenseinkommen + Produktions- und
Importabgaben – Subventionen + Abschreibungen – Saldo der Primäreinkommen aus der restlichen Welt = BIP

Das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland wird vom Statistischen Bundesamt errechnet. Es wird jeweils im Frühjahr und Herbst des aktuellen Jahres für das vergangene Kalenderjahr veröffentlicht.

Bruttoinlandsprodukt BIP Deutschland

Die Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts in Deutschland

Während der Nachkriegsjahre vollzog sich in Deutschland zunächst ein deutliches Wachstum. Konjunkturelle Auf- und Abschwünge prägten dann das Bild der letzten Jahre. Im Jahr 2009 entwickelte sich aufgrund der globalen Finanzkrise wiederum ein massiver Rückgang des Bruttosozialprodukts. Ende 2012 kam es zu einem kräftigen Einbruch der Wirtschaft im gesamten Euro-Raum. Die deutsche Konjunktur, die bis dahin stabil war, konnte sich von der Rezession des Euro-Raumes nicht länger abkoppeln. Der BIP schrumpfte im letzten Quartal 2012 gegenüber dem Vorquartal um 0,6 Prozent. Damit ließ das anfängliche Wirtschaftswachstum (plus 0,5 Prozent im ersten Quartal) wieder stark nach. Dennoch verzeichneten Statistiker für das gesamte Jahr 2012 einen Anstieg um 0,7 Prozent (Prognose: Tendenz steigend).

Video-Kurs bei Lecturio kaufen