Auswirkungen der Outsourcing-Strategie auf das Unternehmen

Zur unternehmerischen Aufgabe gehört es stets die betrieblichen Prozesse und Workflows im Auge zu haben. Neben dem Auftreten neuer Technologien und Mitbewerbern ist es auch der stetige Margendruck, der zum Nachdenken und etwaigen Umorganisieren anregen könnte. Wenn Sie in ihre eigenen Buchhaltungsunterlagen sehen, dann werden Sie selbst bei einem gesunden Unternehmen meist eine Umsatzrendite im niedrigeren, mittleren einstelligen Prozentbereich sehen. Eine langjährige Statistik der Bundesbank (auf Seite 9) zeigt: Die Renditen schwanken meist zwischen 3,5 und 5,5 %! Im Umkehrschluß bedeutet dies, dass eine Kostensenkung der Input-Faktoren oder eine Erhöhung der Effizienz bei gleichem Umsatz und Verkaufspreisen pro Prozentpunkt beinahe ein Drittel mehr an Gewinn bedeuten kann.

Als Unternehmer könnten Sie anhand folgender Kriterien oder Beispiele über Outsourcing und das Plus an Effizienz oder das Minus an Kosten nachdenken:

1. Das Schwerpunktprinzip der Tarifverträge: Weniger Lohnkosten

Sehr viele Unternehmen geraten gerade im Binnenmarkt unter Druck, weil die Lohnkosten und insbesondere die Lohnnebenkosten in Deutschland zu den höchsten gehören. Hinzu kommt, dass es umfangreiche freiwillige soziale Leistungen gibt, die Start Ups oder neue Mitbewerber nicht gewähren und sich damit einen weiteren Wettbewerbsvorteil sichern. Outsourcing StrategieWenn Sie die Arbeitsplätze der Stammbelegschaft sichern möchten, dann bietet sich die genaue Analyse des Unternehmens und der Teilfunktionen an: Ist Ihr Unternehmen vielleicht in einem sehr teuren Tarifvertrag mit wenig Arbeitszeit, überaus großzügigen Urlaubsregelungen und sehr hohen Tarifgehältern. Dann kann es sich lohnen, einige Teilfunktionen extern zu vergeben: Denken Sie an Kommissionierarbeiten im Lager, Tätigkeiten von Produktionshelfern oder die Kundenansprache. Sie können ein erhebliches Minus an Kosten sowohl durch eine eigene Tochtergesellschaft, als auch durch echtes Outsourcing bei einem Fremdunternehmen erreichen.

Wenn Sie sich nicht als Unternehmer, sondern als Verbraucher umsehen, dann werden Ihnen viele Konstruktionen dieser Art auffallen: Beispielsweise die Regalservice-Kräfte eines Fremdunternehmens im Supermarkt oder die Reinigungskräfte in Großunternehmen oder SB-Restaurants der Kaufhäuser.

2. Schonung des Eigenkapitals: Gebäude und Facility Management zukaufen – statt selbst zu besitzen

Auch in Zeiten gesunkener Zinsen können Immobilien erheblich an der Eigenkapitalbasis zehren oder sogar eine Situation mit einem großen Fremdkapitalanteil herbeiführen. Das kostbare Eigenkapital wird dann nicht in Maschinen oder Anlagen investiert, sondern finanziert Randaktivitäten. Deshalb kann es sich lohnen auch über Logistik und die Kommissionierung der ausgehenden Waren nachzudenken. Die Bandbreite der Handlungsfelder reicht dabei von “alles in einer Hand” bis zu einer Komplettvergabe an ein Logistikunternehmen. Ein sehr gutes Gefühl für die mit einer Lagerhalle verbundene Kapitalbindung und auch die Lage der einzelnen Mietobjekte können Sie bei JLL, einem Experten für Gewerbeimmobilien, erhalten. Für die interne Kalkulation des gebundenen Kapitals sollten Sie am besten nicht die Kreditverzinsung heranziehen, sondern die Rendite aus dem Eigenkapital bei interner betrieblicher Verwendung. Rechnungswesen und Controlling können die Return on Investment (ROI)-Kennzahlen heranziehen um Vergleichsberechnungen anzustellen.

3. Saisonales Abfedern und “Skalieren” der Produktion werden einfacher

Ein weiterer Vorteil des Outsourcings ist die Möglichkeit Nachfrageschwankungen schneller und kostengünstiger entsprechen zu können. Bei Beauftragung eines externen Dienstleisters wie eines Personalserviceunternehmens oder eines Industriedienstleisters können Sie nach kurzem Einlernen der versierten Fachkräfte gleich mit der Produktion beginnen und die Nachfragespitzen abschöpfen. Durch Outsourcing vermeiden Sie die umfangreichen eigenen Schritte der Personalsuche, die mit erheblichem Zeit- und Finanzaufwand verbunden sind wie beispielsweise das Schalten von Anzeigen in Online- und klassischen Medien, zeitaufwändiges Führen von Personalgesprächen und Vertragsausarbeitung für jede einzelne Saisonkraft, An- und Abmeldungen zur Sozialversicherung. Stattdessen erhalten Sie beim Outsourcing eine einzige, detaillierte Rechnung des Outsourcing-Partners, so dass lediglich die Prüfung der abgerechneten Stunden und Personale sowie die Zahlungsveranlassung vorgenommen werden müssen.

4. Höhere Produktionszahlen verbessern die Kostenfunktion bzw. Position auf der Lernkurve

Sowohl in der betriebswirtschaftlichen, wissenschaftlichen Diskussion, als auch in den Unternehmen haben sich bestimmte Stück- und Kostenverläufe etabliert. Bei steigender Produktionsmenge können die Fixkostenblöcke auf eine höhere Anzahl verteilt werden, zusätzlich “erklimmen” Sie als Unternehmer höhere Rabattstufen bei Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen. Höhere Produktionszahlen steigern auch Ihre Widerstandskraft gegen Schwankungen der Verkaufspreise. Für die bessere Kostenposition bei steigenden Stückzahlen findet sich beim DIW eine interessante, belastbare Definition. Outsourcing ermöglicht dabei sowohl die “atmende Fabrik” bei Nachfrageschwankungen, als auch das schnelle – und von der Konkurrenz oft unerwartete – Erobern von Marktanteilen.

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass das Outsourcing in Verbindung mit der Nutzung flexibler Vertragspartner ein echter Flexibilitäts-Turbo ist und zugleich die Kostenbasis des Unternehmens verbessert. Dank kurzfristiger Planungshorizonte sinkt zudem das Unternehmensrisiko erheblich.