Abfindung berechnen: Anspruch auf Abfindung?

Abfindung berechnen mit Taschenrechner

Während wirtschaftlich unsicheren Zeiten sind betriebsbedingte Kündigungen leider mehr als häufig an der Tagesordnung. Einzelne Mitarbeiter oder gleich ganze Abteilungen werden eingespart und die unglücklichen Betroffenen müssen das Unternehmen verlassen. In einem solchen Fall dürfen einige Angestellte auf eine sogenannte Abfindung hoffen, die ihnen auf den Weg mitgegeben wird. Doch wie hoch fällt eine solche Abfindung aus? Und in welchem Fall hat man überhaupt einen Anspruch auf Abfindung? In diesem Artikel geht es genau um diese zwei zentralen Fragen.

Höhe der Abfindung berechnen

Letztlich ist die Höhe der Abfindung nicht gesetzlich geregelt und wird zumeist anhand verschiedener Parameter bestimmt. Entscheidend ist in erster Linie die Anzahl der Jahre, die der Betroffene bereits für das Unternehmen gearbeitet hat. In der Regel erhöht sich die Summe der Abfindung, je länger der Mitarbeiter dem Betrieb zugehörig war.

Ein zweiter wichtiger Faktor für die Berechnung der Abfindung ist die Höhe des monatlichen Gehalts. In den meisten Fällen berechnet sich die Höhe der Abfindung auf der Grundlage des regulären Monatsgehalts, das der Betroffene vor seinem Ausscheiden aus dem Unternehmen erhalten hat. Bei Einigung auf eine Zahlung von einem halben Brutto-Monatsgehalt für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit beispielsweise könnte sich für einen Mitarbeiter A, der bereits seit 25 Jahren im Unternehmen tätig war und monatlich 2.500,- Euro brutto erhielt, eine Abfindung in Höhe von 31.250,- Euro ergeben. Für einen Mitarbeiter B, der erst seit 5 Jahren im Unternehmen tätig war, ergäbe sich bei demselben Bruttogehalt nur eine Summe von 6.250,- Euro. Je höher also die Personalkosten waren, desto höher ist auch die mögliche Abfindung.

Allerdings muss an dieser Stelle klargestellt werden, dass ein gesetzlicher Anspruch auf eine Abfindung ebenso wenig existiert, wie eine allgemeingültige Formel zur Berechnung. Generell sind die tatsächlichen Berechnungen zumeist das Ergebnis von erschöpfenden Verhandlungen, die der ehemalige Mitarbeiter zumeist unter Zuhilfenahme eines anwaltlichen Beistands bestreitet. Dies empfiehlt sich vor allen Dingen bei komplexen Verhandlungen und Berechnungsgrundlagen. So könnten in einigen Fällen beispielsweise auch Provisionen, regelmäßig gezahlte Gratifikationen und Prämien sowie 13. oder 14. Monatsgehälter in die Berechnungen zur Abfindungshöhe mit einfließen.

Anspruch auf Abfindung?

Angestellte, die sich mit einer betriebsbedingten Kündigung konfrontiert sehen und der Meinung sind, dass ihnen eine Abfindung zusteht, sollten sich daher zuallererst bei einem rechtlichen Experten, sprich bei einem Anwalt, informieren. Dieser wird den Arbeitnehmer über sein Recht aufklären und ihnen gegebenenfalls bei den nächsten Schritten beistehen. Darüber hinaus sollten Betroffene sich darüber im Klaren sein, dass auch Abfindungen den steuerlichen Verpflichtungen unterliegen und Auswirkungen auf den möglichen Anspruch von Arbeitslosengeld haben können.

Beendigung des Arbeitsverhältnisses

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